Termine:

20 Dez 2019
19:15 - 22:00
JBK - Probe
24 Dez 2019
Weihnachtsfeiertage :-)
24 Dez 2019
Weihnachtsfeiertage :-)

Der Neubeginn

Nachdem das vorrangige Ziel "Schaffung einer neuen Blaskapelle" hieß, galt das Interesse vorrangig dem ersten Auftritt in der Gruppe. Darauf freute sich schon jeder. Und so konnte am 1. Juli 1984 zum ersten Vorspielabend der Musikschule in den Turnsaal des Union- Sporthauses geladen werden. Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung zeigte Musikschulleiter Leichtfried, was in so kurzer Zeit musikalisch machbar ist. Der gelungene Abend bewirkte die neuerliche Anmeldung einiger Schüler, wobei man schon den Adventabend im Gasthaus Schweiger als nächste Bewährungsprobe ins Auge gefasst hatte. Den ersten Höhepunkt erreichte die Musikschule am zweiten Abschlussabend am 30.Juni 1985, der schon als Abschlusskonzert bezeichnet werden konnte. Denn, wie am
Programmzettel steht, klang zum ersten Mal ein "echter zünftiger Marsch"!

Von Beginn an erhielten die Schüler von Blasinstrumenten auch wöchentlichen Gruppenunterricht, woraus sich langsam die Grundbesetzung für eine neue Blasmusikkapelle herausformte. Der
Freitagabendtermin stieß auf die breiteste Akzeptanz und gilt bis heute als Probenzeit für die Jugendblaskapelle. Folgende Kinder und Jugendliche gehörten der Jugendblaskapelle in den Anfängen an:
Theresia Weinkirn, Andrea Selinger, Ludmilla Eigelsreiter (Querflöte); Franz Zobel, Gabriele Scherer, Roswitha Zöchling, Renate Fuchs, Heinz Parteder, Andreas Katzensteiner (Klarinette); Karl Mayer,
Manfred Scheibelreiter, Thomas Branka, Jochen Katzensteiner (Trompete); Franz Geppl, Roman Wachter, Christof Parteder (Flügelhorn); Markus Tesch, Manfred Steinkellner (Tenorhorn und Bariton); Andreas Kainzbauer, Günther Scherer (Posaune); Roman Scherer, Erika Lashofer, Herbert Asch (Horn); Martin Kainzbauer, Rudolf Weinkirn (Tuba); Anna Pieringer, Gertraud Pieringer, Robert Tesch  (Schlagzeug).

Der Sommer 1985 stand im Zeichen des Marschieren- Erlernens. Mit der Hartnäckigkeit, die Leichtfried sowohl im Probenraum als auch beim Marschieren an den Tag legte, gelang es, am
29.September 1985 erstmals bei einer Marschmusikwertung mitspielen zu können. Auf Anhieb konnte mit dem Marsch "Telstar" ein "Ausgezeichneter Erfolg" erreicht werden.

Ebenfalls in Böheimkirchen konnte die Musikkapelle mit der neuen Tracht aufmarschieren, die aus braunen Sakkos, schwarzen Hosen und Röcken, rotem Mascherl und schwarzem Hut bestand.
Die für die Erstausstattung erforderliche Finanzierung übernahmen zum Teil die Eltern und die Gemeinde, zum Teil konnten Subventionen der Landesregierung entgegengenommen werden. Die Hüte wurden von der Frauenbewegung Michelbach gesponsert.

In den folgenden Jahren entwickelte sich die Jugendblaskapelle unter Willi Leichtfried zu einem zuverlässigen Bestandteil der Ortskultur. Verschiedenste Auftritte folgten, z.B. Frühschoppen, Messen und immer wieder Wertungsspiele, die Fixpunkte im Jahreskalender waren:

29.09.1985 in Böheimkirchen:

Marschmusikwertung Stufe A - Ausgezeichneter Erfolg - Marsch: "Telstar" v. Siegfried Rundel

03.11.1985 in Wilhelmsburg:

Konzertwertung Stufe A - Sehr guter Erfolg - "Maestoso" v. Anton Hofmann und "Pacific Grandeur" v. Olivadoti

28.09.1986 in Neulengbach:

Marschmusikwertung Stufe B - Sehr guter Erfolg - Marsch: "Schloss Leuchtenburg" v. Sepp Thaler

30.11.1986 in Traisen:

Konzertwertung Stufe A - Ausgezeichneter Erfolg - "Burgserenade" v. Gustav Lotterer und "Thalia Ouvertüre" v. Karl Safaric

30.08.1987 in Kirchberg/Pielach:

Marschmusikwertung Stufe A - Ausgezeichneter Erfolg - Marsch: "San Angelo" v. Siegfried Rundel

08.11.1987 in Wilhelmsburg:

Konzertwertung Stufe A - Ausgezeichneter Erfolg – „Turmspiel" v. Gustav Lotterer, "Sinfonia Italiano" v. W. Hautfast

27.11.1988 in Traisen:

Konzertwertung Stufe A - Ausgezeichneter Erfolg - "Marche des Grenadiers" v. L.v.Beethoven, "Menuetti Ballabili" v. J.Haydn

 

Wie aus dieser Auflistung ersichtlich, hielt Kapellmeister Leichtfried das Niveau immer auf höchstmöglichem Stand, wobei seine Anforderungen an Disziplin und Ausdauer nicht immer leicht verträglich waren. Er führte die Geschicke der Kapelle praktisch im Alleingang. Aus einer Doppelbelastung von der Leitung der Kapellen Pyhra und Michelbach wurde eine Dreifachbelastung,

als Leichtfried auch noch die Musikschule in Böheimkirchen übernahm. Als er in Pyhra quasi abserviert wurde, zehrte das stark an seinen Nerven; man kann sagen, dass er, der mit solcher Hingabe den Aufbau der Musik in Pyhra in Angriff genommen hatte, nie ganz darüber hinwegkam.

Die Stelle als Musikschulleiter in Böheimkirchen bewirkte des Öfteren seine Absenz bei den regelmäßigen Proben, die jetzt immer häufiger Hans Mahrl übernahm. Dessen Art zu proben gefiel den meisten Musikanten besser, weil bei ihm nicht nur das musikalische, sondern auch das

gesellige Moment großgeschrieben wurde. Langsam, aber sicher vollzog sich der Wechsel an der Spitze der Kapelle, wobei letztlich die fast schon untragbare psychische Verfassung von Leichtfried den Ausschlag für die Installierung des neuen Kapellmeisters Hans Mahrl gab. Kapellmeister Leichtfried, der nicht ganz freiwillig den Hut nehmen musste, wurde zum Ehrenkapellmeister ernannt. Mit ihm ging auch Bürgermeister Vonwald als Obmann; dieses Amt stellte fortan Leopold Steinkellner. In Würdigung seiner Leistungen für die Kapelle wurde Karl Vonwald zum Ehrenobmann bestellt.

Diese nicht ganz einfache Situation um den Kapellmeisterposten führte dazu, dass eine geraume Zeit keine Wertungsspiele besucht wurden.